Berlin 1991 - 2011

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Auf dieser Seite habe ich eine Auswahl von Fotos meiner Reisen nach Berlin aus den letzten 20 Jahren eingestellt. Auf die "üblichen" Motive wie z. B. Brandenburger Tor, Potsdamer Platz oder Kurfürstendamm habe ich dabei bewusst verzichtet - diese Motive dürften hinreichend bekannt sein. Auf dieser Seite wird überwiegend der östliche Teil Berlins wie Mitte, Friedrichshain oder Marzahn gezeigt, der weniger bekannt sein dürfte.

In der ersten Reihe von links: u.a. Fotos rund um den Checkpoint Charlie aus dem Jahr 1991 kurz nach dem Mauerfall. Weiterhin rechts außen ein Gebäude mit Einschusslöchern aus dem zweiten Weltkrieg; dieses Gebäude ist Teil des Blocks in Mitte (Museumsinsel), in dem auch die Bundeskanzlerin wohnt.
In der zweiten Reihe sind Fotos des Atombunkers, der unter dem Kurfürstendamm im Jahr 1974 gebaut wurde; der Bunker sollte 3592 Menschen drei Wochen beherbergen und einer Atomexplosion in 1,5 km Entfernung standhalten.
Mehr als eine psychologische Wirkung a la "Wir schützen und verteidigen Berlin!" hatte dieser Bunker jedoch nicht; die Kapazität dieser und weiterer Anlagen hätte bei weitem nicht ausgereicht, um die (West-) Berliner Bevölkerung vollständig schützen zu können.
Und wohin und von wem hätten die Menschen nach drei Wochen evakuiert werden sollen? Ein gruseliger Ausflug in die Ära des Kalten Krieges ...

Wer kennt den östlichen Berliner Stadtteil Marzahn? Dieser Teil Berlins ist eher für seine tristen Plattenbauten und die prekären Lebensverhältnisse eines Teils seiner Bevölkerung bekannt. Die DDR legte hier jedoch im Jahr 1987 anlässlich der 750-Jahr Feier Berlins eine fantastische grüne Oase als "Geschenk der Gärtner an die Hauptstadt der DDR" an.
Im Jahr 2000 wurde die Anlage um einen nah- und fernöstlichen Teil erweitert; sie wurde im Jahr 2005 als drittschönste Parkanlage Deutschlands ausgezeichnet - sehenswert!

Jeden Sonntag im Sommer bietet sich im Steglitzer Preussenpark eine exotische Szenerie: Am späten Vormittag beginnt die Invasion der asiatischen Garküchen mit hauptsächlich thailändischem und vietnamesischem Essen - alte Damen lassen sich mit Decken auf der Wiese nieder und bieten in diesen Küchen ihre Produkte an.
Sehr original und nicht nur unter der asiatisch-stämmigen Bevölkerung populär, sondern man sieht auch viele Langnasen.

Von der Oberbaumbrücke bis etwa zum Ostbahnhof steht entlang der Spree noch die Mauer. Künstler haben sie zur Verfügung bekommen und so entstand die "East Side Gallery", die mit 1316 Metern die grösste Open-Air-Galerie der Welt ist. Sie wurde im Jahre 2010 neu renoviert. Ein Besuch ist sehr empfehlenswert. Ein Freilichtmuseum moderner Kunst!
Meine Auswahl ist sehr klein, ich schätze es sind insgesamt um die hundert Objekte zu sehen. Zum Fotografieren ist nur der sehr frühe Morgen geeignet, da nachmittags direkt gegen die Sonne die Fotos nur noch stumpf und kontrastarm werden. Ausserdem stehen später zu viele Besucher im Bild herum. mehr...

Die letzten zwei Fotos dieses Blocks zeigen die Szene rund um den Boxhagener Platz in Friedrichshain (unterer Block rechts). Diese Gegend hat sich bereits zum Hotspot des Jugendtourismus entwickelt. Besonders am Wochenende ergiesst sich vom S-Bahnhof Warschauer Strasse ein endloser Strom junger Leute in das Viertel um sich zu amüsieren oder sich einfach zu betrinken.
Mindestens muss mit einer Bierflasche in der Hand herumgelaufen werden, besser noch mit Wodka. Ich habe einige Gruppen von Briten oder Holländern gesehen, die scheinbar extra zu diesem Zweck das Wochenende in Friedrichshain verbracht haben. Damit sie nicht verloren gehen, hielt ihr Reiseführer gelegentlich eine Wodkaflasche hoch, das führte dann schnell zum sammeln.

Das Scheunenviertel, ehemals Zentrum der jüdischen Bevölkerung Berlins, ist heute wieder sehr lebendig, alternativ und kreativ. Es gibt zwar noch Brachen und hässliche Häuser, aber auch das Kunsthaus Tacheles oder die Fotogalerie O/K in der Oranienburger Strasse. Daneben interessante Bars, Kneipen und Restaurants ebenso, wie eine Unzahl auffälliger Wandgemälde und Graffitis.

Tacheles

Tacheles

Tacheles

Einen ansatzweisen Einblick in die DDR Warenwelt gibt das DDR Museum in der Karl-Liebknecht-Strasse in Mitte; anschliessend kann man sich in einer Strandbar an der Spree erholen (unten rechts).

Weniger besucht, aber um auch diesen Aspekt der DDR Wirklichkeit einmal zu sehen, ist die Gedenkstätte Hohenschönhausen, ein ehemaliger DDR Knast, in dem die Delinquenten eingeliefert und erst einmal verhört wurden, bevor sie dann der Verurteilung zugeführt wurden.
Dieser Ort ist wie kein anderer mit der politischen Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR verknüpft: Bevor die Stasi 1951 das Gefängnis übernahm, war hier im Keller das zentrale sowjetische Untersuchungsgefängnis für Ostdeutschland.
Das rechte Bild zeigt ein typisches Verhörzimmer der Stasi aus den 70er Jahren, als man nicht mehr nur brutale physische Foltern anwandte. Der Besuch ist für alle empfehlenswert, die dem in manchen Medien oft gezeichneten Bild der DDR als ein etwas muffiger, unmoderner "putziger" aber doch kuscheliger Staat aufsitzen. Tatsächlich war es eine brutale Diktatur, die über Leichen ging.

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