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Im Mai 2004 hatte ich das Glück, eine sehr grosse Tempelzeremonie in Bedulu zu erleben. Der Tempel heisst Pura Samuantiga und wird von mehreren Orten genutzt. Die Feier selbst dauert 10 Tage. Immer wieder neue Gruppen kommen hergefahren und formen eine Prozession, die zum Tempel geht. Zwischendurch spielten abwechselnd drei Gamelanorchester, eines davon ein reines Frauenorchester. Natürlich ist dies auch ein Fest, um zu sehen und gesehen zu werden. So sassen denn überall Gruppen oder Familien mit feinstem Sonntagsstaat im Schatten, hielten ein Schwätzchen und bedankten sich, wenn sie fotografiert wurden.

Das absolut faszinierende sind aber die eindrucksvollen langen Prozessionen hunderter Menschen. Es handelt sich um ganze Dörfer oder Wohnbezirke, die jeweils ankommen. Die Frauen sind alle gleich gekleidet, auf meinen Fotos mit Kleidern aus grüner Spitze. Ihr Orchester bringen sie mit, die schwereren Gongs werden von zwei Männern getragen, die anderen tragen ihr eigenes Instrument (Gamelan). Die Opfergaben auf dem Kopf der Damen sind etwa 1,20 m hoch und bestehen aus Obst, Reis, Kuchen oder auch gebratener Ente oder Hühnern. Das Gewicht schätze ich auf ca. 10 Kilogramm. Damit sind die Gaben ausserordentlich grosszügig (die roten Äpfel sind Importware, überhaupt gehören Äpfel zum teuersten Obst in den Tropen!). Nachdem die Opfer abgesetzt sind, gibt es erst mal ein Glas Wasser für jeden, denn in der Hitze verlangt die Prozession viel Kraft. Bald wird gebetet, wozu der Priester immer die Glocke läutet. Später wird jeder mit Weihwasser gesegnet. Es erfolgt der Abmarsch und die nächste Gruppe kann kommen.
Nebenan wird schon "Roulett" gespielt. Es besteht aus sechs Feldern mit Figuren wie Krebs oder Fisch, auf die gesetzt wird. Der Croupier hat drei Würfel, die auf einmal geworfen werden, so dass bis zu drei Figuren gewinnen können. Anstatt Chips wird das Geld gleich auf die Felder geworfen. Die kleinen mit Münzen, die Erwachsenen durchaus mit zigtausend Rupiah.

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