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Die Teilnahme an einer balinesischen
Leichenverbrennung ist sehr spektalulär. Es ist ein authentisches,
prachtvolles und sehr exotisches Schauspiel. Die Teilnehmer sind kaum
traurig, was meist mit der Seelenwanderung des Hinduismus erklärt
wird. Danach hat der Tod nicht diesen endgültigen Charakter, den
er im Christentum hat. Man sollte aber auch bedenken, dass der Verstorbene
oft schon Jahre beerdigt war, bis die Verbrennung dann endlich durchgeführt
wird. Als Fremder kann man überall zuschauen und fotografieren,
man sollte sich dezent benehmen und einen Sarong tragen. Einige Touris
rangelten um die vorderen Plätze, damit sie auch ja die brennenden
Füsse auf ihr Video bekamen. Ich denke, besser kann man nicht
beweisen, wes primitiven Geistes Kind man ist. |
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Hier einige Beobachtungen
von einer Verbrennung am 9. September 2001 in Bedulu:
In einem Aufwasch wurden 12 Tote verbrannt. Auf dem Friedhof
waren noch die Gräber offen, in denen die Toten vorher
lagen. Nun waren 12 Verbrennungsplätze aufgebaut, meist
in Form von Stieren (für die höchste Kaste) oder
Fische oder einfach nur ein Kasten. |
Zum Vergrössern Fotos anklicken
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Die Überbleibsel
des Verstorbenen waren verstaut in einem Transportturm,
der in einer Prozession vom Haus der Familie zum Verbrennungsplatz
getragen wurde. Dabei wurden Gaben mitgeführt,
die später auch verbrannt wurden und natürlich
ein Orchester aus Gongs und Trommeln. |
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Die einzelnen Überbleibsel
sind in "Päckchen" im Transportturm gelagert.
Sie sind in Tücher gewickelt und werden nun in den geöffneten
Stier umgepackt. Danach folgen noch andere Beigaben, zum Beispiel
beobachteten wir, wie Stoffe beigegeben. Während gebetet
wird und weitere Vorbereitungen getroffen werden, sitzen die
Angehörigen und Freunde herum oder flanieren auf und ab.
Natürlich ist dies auch ein gesellschaftliches Ereignis
ersten Ranges. Alle haben sich fein gemacht und in traditionelle
Bekleidung geworfen, sogar einige Ausländer. Hier eine
ausländische Frau mit ihren Töchtern in original
balinesischer Festkleidung. |

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Nach einer Weile waren einige
Grobak mit Essen aufgefahren, ambulante Verkäuferinnen
mit Stoffen priesen ihre Ware an, die Kinder stürzten
sich dann doch lieber auf den Stand mit Spielzeug. Die Zeremonien
dauerten etwa zwei Stunden, dann wurden die Türme angezündet
und das Publikum verliess den Ort. ..... |
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