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Kaimane
jagen:
Abends bei Dunkelheit sind wir mit einem Boot herausgefahren. Mit einer
starken Lampe wird das Ufer nach Kaimanen abgeleuchtet. Tatsächlich
haben wir sechs mal Glück gehabt und welche aufgescheucht, aber
nur einmal gelang es dem Führer, den Kaiman auch zu greifen und
ins Boot zu holen. Er war einen halben Meter lang, ein kleiner Kerl.
Nach allen Erläuterungen und Fotos, die zu machen waren, durfte
er dann wieder zurück in das Wasser. Im Amazonas sitzen auf der
Nahrungskette ganz oben: Jaguar, Anaconda und Kaiman. Krokodile gibt
es nicht.
Regen: Tagsüber macht der Wald,
es war April, seinem Namen wieder mal alle Ehre, also eine wunderbare
Zeit, um in der Hängematte zu dösen und bei einem Drink zu
schaukeln, während der warme Regen herunter prasselt: Erholung!
Bootausflüge: Eine Bootsfahrt im Überschwemmungswald
mit botanischen Erklärungen war unsere nächste Aktivität.
Der Wald ist jetzt einen Monat vor Ende der Regenzeit neun Meter hoch
überschwemmt. Das wird noch bis auf vierzehn Meter ansteigen.
Bildlich vorgestellt, fährt unser Boot praktisch zwischen den
Baumkronen umher. Die Bäume sind sechs Monate im Jahr zum grossen
Teil überschwemmt. Früchte und Samen fallen in das Wasser
und werden von den Fischen gefressen. Die danken es dem Boden mit Dünger,
der wieder von den Bäumen aufgenommen wird. Nur so kann das System
überleben. Übrigens sind 80% der Fische im Amazonas Vegetarier.
Epiphyten, besonders Bromelien
kann man en masse sehen oder Ameisen, die ihre Wirtspflanze perfekt
vor der Zerstörung durch andere Insekten schützen. Dafür
spendiert die Wirtspflanze den Ameisen Drinks, also Saft. Eine Symbiose
zwischen einer Bar und Soldaten.
Wieder so eine erstaunliche
Zahl: 30% der Biomasse am Amazonas sind Ameisen.
Der Piranhabaum ist ein Beispiel
für die hochkomplexen Symbiosen am Amazonas. Er hat normalerweise
giftige Blätter, aber in einem bestimmten Monat treibt er ungiftige
Blätter und lockt damit Schmetterlinge an. Die fressen sich voll
und verpuppen sich an dem Baum. Prompt treibt er wieder seine gewohnt
giftigen Blätter. Wenn die Raupen später schlüpfen,
bestäuben sie den Piranhabaum, nun kann er Samen treiben und die
Schmetterlinge fliegen wieder davon. So hat er sich die Bestäubung
gesichert. |
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