Brasilien April 2001

Rio de Janeiro

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Lieber Leser, wo kommen Sie her? Aus Frankfurt, Berlin, Köln, Hamburg oder einer anderen Grosstadt? Dann wissen Sie, dass man überall aufpassen muss. Man geht nicht alleine oder in dunklen Strassen, die wengig belebt sind, spazieren. Man lässt seine Wertsachen nicht achtlos herumbaumeln, passt beim Bezahloen auf und so weiter. Das gleiche gilt auch für Rio.

Wer das nicht gewohnt ist, sollte gut aufpassen und sich an Leute halten, die etwas mehr Erfahrung haben. Er sollte aber auf keinen Fall überängstlich reagieren und sich nicht den Spass an der Reise verderben lassen oder nur im bewachten Hotel bleiben. Da kann er ja auch zu Hause bleiben.

Ein versuchter Überfall:

Ich komme aus Frankfurt, sollte eigentlich Bescheid wissen. Trotzdem habe ich den Fehler begangen, am Sonntag in der Nähe der Catedral Municipal alleine herumzulaufen. Keine Menschenseele weit und breit. Plötzlich tauchten aus dem Gebüsch unterhalb des Aquädukts, dort wo die Strassenbahn drüberfährt, zwei etwa 14-jährige, abgerissen aussehende Kids auf und rannten auf mich zu, barfuss. Drehte ich ich mich um, blieben sie stehen. Ging ich weiter, rannten sie auf mich zu.
Als sie bis auf fünfzehn Meter heran waren, drehte ich mich um und blieb stehen. Durch sichtlich auffälliges Massieren und Lockern meiner Fäuste und Arme, als wenn ich mich auf einen Kampf vorbereitete sowie eine einladende Geste, doch an mich heran zu kommen, versuchte ich, ihnen zu drohen. Sie blieben stehen und warteten, also waren sie verunsichert. Sie hatten ganz offenbar für diesen Fall keine weitere Taktik parat. Diese zwei kannten augenscheinlich nur die Taktik, dem Opfer hinterher zu rennen und es von hinten zusammen zu schlagen. Klappte hier aber nicht. Opfer stand ja.
Dann hoben sie Steine von der Strasse auf. Die Steine waren fünf mal fünf Zentimeter gross. Wieder belauerten sie mich. Nun war wegrennen wirklich keine Option mehr. Also Überraschungsangriff, ehe sie noch ihre Freunde holen! Ich hob auch Steine auf und begann die Kids sofort ohne Vorwarnung gezielt zu bewerfen. Da rannten sie fort und das Treffen fand ein erfreuliches Ende.
Resumee: Glück gehabt, das waren Anfänger. Es hätte auch anders ausgehen können. Also besser nicht alleine - auch nicht tagsüber- in unbelebten Gegenden laufen. Bessere Lösung: ein Taxi nehmen und langsam fahren lassen. Für Fotostopps einfach anhalten, danach weiterfahren.

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