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Ankunft in Rio


Wenn man morgens in einer grossen Stadt seinen Urlaub beginnt, ist der Übergang in den Urlaub nicht so krass. Vom Flughafen in die Stadt fährt man ja in einem grossen Stau. Das erinnert doch wieder an den Weg zur Arbeit. Rio de Janeiro fängt genau so an. Was der Name dieser Stadt bedeutet? "Januarfluss", denn das war der Monat, in dem die ersten Portugiesen hier ankamen.
Rio hat viele Strände und eine Lagune inmitten der Stadt, wo die Einheimischen ihrem Sportdrang nachgehen.
Nachmittags unternehmen wir eine Stadtrundfahrt und besuchen die San Sebastian Kathedrale, eine moderne Kirche, gebaut von einem Schüler Niemeyers, ein Bau aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zu spät ging es auf den Zuckerhut, von dem der Blick auf Rio und seine Strände bemerkenswert ist. Zu spät, weil die Sonne tief stand und es zu dunstig war.


Essen - die Churrascaria: Der Name erinnert uns an eine bekannte Restaurantkette zu Hause. Diese Assoziation ist nicht ganz falsch, aber hier bedeutet es einfach Grill. Es gibt kleine Vorspeisen, ein Buffet mit Beilagen, dabei war sogar einmal Sushi und anderes Seegetier. Der Hauptgang ist dann eine Abfolge grosser Spiesse gegrillten Fleisches, von denen herab auf den Teller geschnitten wid. Huhn, Schwein, Würste und neun verschiedene Rindfleischsorten. Dazu Maniok, Reis und Pommes frites.
Was ist im April des Jahres 2001 der Speisehit für Urlauber angesichts Rinderwahnsinn (BSE) und Maul- und Klauenseuche in Europa? Ganz klar: Steak, Steak und nochmals Steak. Exzellentes Fleisch, auf den Punkt gegrillt, herzhafte Beilagen und das alles zu attraktiven Preisen. Das war mit Abstand unser Favourit!
Flug nach Manaus - überhaupt Flüge in Brasilien


Um halb sechs mussten wir in Rio schon aufstehen, um nach Manaus zu fliegen. In Brasilien will man irgendwo hin fliegen, aber man muss auf dem Weg dorthin mindestens einmal irgendwo zwischenlanden, manchmal bis zu vier mal. Wahrscheinlich gibt es noch grausamere Flüge. Warum das? Ist doch klar. Das Land ist riesig und Flüge müssen dort eingesetzt werden wie bei uns der Zug. Der hält ja auch zwischendurch. Nach Manaus dauerte der Flug einen halben Tag. Immerhin ist Manaus 3000 km von Rio de Janeiro entfernt.
Auf einem anderen Flug passierte folgendes. Die Boeing war beladen und rollte gerade rückwärts weg von ihrer Standposition. Da fing eine Frau an zu schreien, später sprang sie aus ihrem Sitz auf und konnte durch ihre Begleiter nicht mehr gehalten werden. Sie wollte ans Fenster, vielleicht hat sie geglaubt, dass es da hinaus geht. Geht es aber nicht, das Flugzeug wurde nach einigem hin unde her wieder zurückgerollt und sie konnte aussteigen. Möglicherweise war die Frau geschockt, dass sie im Notfall keine Schwimmweste bekommt, sondern mit ihrem Sitz vorlieb nehmen muss. Tatsächlich erhalten die Passagiere der Economy keine Schwimmwesten sondern sollen sich den Sitz vor die Brust halten. Dieser schwimmt angeblich. Wir haben uns krank gelacht. Die Passagierin ist vermutlich noch nie geflogen sein und war vor Angst komplett weg.


Amazonas:

Der Anflug auf Manaus zeigt schon die gewaltige Ausdehnung des Amazonas. Der April ist der letzte Monat der Regenzeit, man sieht eine riesige Wasserfläche, dazwischen waldbestandene Inseln, Ufer oder gerade noch erkennbare Flussläufe. Es gibt, was die Ausmasse angeht nichts vergleichbares, was ich kenne.
Manaus: Vor 120 Jahren die reichste Stadt der Welt, es war die Zeit des Gummimonopols, die bis etwa 1900 andauerte. Danach hat ein Engländer Gummibäume stehlen und in Malaysia anbauen können. Das entsprechende Kapitel in einem englischsprachigen Reiseführer lautet: "Henry Wickham - Executioner of Amazon". Damit war dieser Boom vorbei und Manaus versank für die nächsten 80 Jahre in die Bedeutungslosigkeit. Heute ist dort viel Industrie, da Anfang der neunziger Jahre eine Freihandelszone eingerichtet wurde. Aus der Blütezeit noch sehenswert ist das "pompöseste Opernhaus westlich von Paris", das Teatro Amazonas. Zum Bau dieses eklektisch neoklassizistischen Hauses wurden Kristallüster aus Murano, Marmor aus Carrara, Seidentapeten und Wandgobelins aus Frankreich und Hunderte von Holzsorten für den Boden des Ballsaals verwandt.
Das Opernhaus wird noch heute genutzt. Während unserer Besichtigung spielte das Orchester, das hatten wir natürlich nicht anders erwartet! Vielleicht hat es aber auch nur ein bischen geprobt. Gepasst hat es auf jeden Fall.


Treffen der Wasser: Wir haben die Geburt des Amazonas gesehen, das heisst des Flussteils, der dann im Atlas auch wirklich Amazonas heisst. Von Westen her kommt der Solimoes, ein riesiger brauner Fluss. Die Farbe hat er von den Sedimenten, die er schon von den Anden in Peru her mitreisst. Von Nordwesten kommt der Rio Negro, ein Schwarzwasserfluss, der seine Farbe von Mineralauswaschungen hat. Hinter Manaus treffen sie zusammen und das braune Wasser fliesst kilometerweit neben dem schwarzen her, bis es sich dann endlich vermischt (Treffen der Wasser). Jetzt heisst der Fluss Amazonas. Woher der Name? Weil vor 500 Jahren portugiesische Eroberer hier von indianischen Kriegerinnen angegriffen wurden. Und da haben sie sich an eine alte griechische Sage erinnert.
Amazonasvillage: Weit verstreute Hütten mit Kerzenbeleuchtung oder 12 Volt- Funzelstrom am Rio Puraquequara, dazwischen tropische Bäume, die für Schatten sorgen. Eine Anlegestelle ermöglicht die An- und Abreise. Frühmorgens der Naturwecker: eine Horde Papageien auf der Veranda, die mordsmässig schreien können. Um die Anlage herum ist nur Wald oder Wasser, man hört nichts, was auf die Zivilisation schliessen lässt, vergessen wir mal die Toilettenspülung des Nachbarn. Nachts prasselte ein heftiger Regen herunter, alle wachten davon auf. Es heisst ja auch nicht ohne Grund Regenwald.
Das
Amazonvillage ist dennoch zu nah dran an der Zivilisation, denn wir hatten nicht die Naturbegegnungen, die wir uns erhofft hatten, etwa Tukan, Piranha, Affen oder zumindest eine Begegnung mit Indianern. Wunder werden von Manaus versprochen, die Manaus nicht mehr liefern kann. Das ist insgesamt enttäuschend. Was kann man machen, wenn man wenig Zeit hat?
Kaimane jagen: Abends bei Dunkelheit sind wir mit einem Boot herumgefahren. Mit einer starken Lampe wird das Ufer nach Kaimanen abgeleuchtet. Tatsächlich haben wir sechs mal Glück gehabt und welche aufgescheucht, aber nur einmal gelang es dem Führer, den Kaiman auch zu greifen und ins Boot zu holen. Er war einen halben Meter lang, ein kleiner Kerl. Nach allen Erläuterungen und Fotos, die zu machen waren, durfte er dann wieder zurück in das Wasser. Im Amazonas sitzen auf der Nahrungskette ganz oben: Jaguar, Anaconda und Kaiman. Krokodile gibt es nicht.
Regen: Tagsüber macht der Wald, es war April, seinem Namen wieder mal alle Ehre, also eine wunderbare Zeit, um in der Hängematte zu dösen und bei einem Drink zu schaukeln, während der warme Regen herunter prasselt: Erholung!


Flusstrecking:

Eine ruhige Bootsfahrt im Überschwemmungswald mit botanischen Erklärungen war unsere nächste Aktivität. Der Wald ist jetzt zwei Monate vor Ende der Regenzeit neun Meter hoch überschwemmt. Das wird noch bis auf vierzehn Meter ansteigen. Bildlich vorgestellt, fährt unser Boot praktisch zwischen den Baumkronen umher. Die Bäume sind sechs Monate im Jahr zum grossen Teil überschwemmt. Früchte und Samen fallen in das Wasser und werden von den Fischen gefressen. Die danken es dem Boden mit Dünger, der wieder von den Bäumen aufgenommen wird. Nur so kann das System überleben. Übrigens sind 80% der Fische Vegetarier.
Epiphyten, besonders Bromelien kann man en masse sehen oder Ameisen, die ihre Wirtspflanze perfekt vor der Zerstörung durch andere Insekten schützen. Dafür spendiert die Wirtspflanze den Ameisen Drinks, also Saft. Eine Symbiose zwischen einer Bar und Soldaten.
Wieder so eine erstaunliche Zahl: 30% der Biomasse am Amazonas sind Ameisen.
Der Piranhabaum ist ein Beispiel für die hochkomplexen Symbiosen am Amazonas. Er hat normalerweise giftige Blätter, aber in einem bestimmten Monat treibt er ungiftige Blätter und lockt damit Schmetterlinge an. Die fressen sich voll und verpuppen sich an dem Baum. Prompt treibt er wieder seine gewohnt giftigen Blätter. Wenn die Raupen später schlüpfen, bestäuben sie den Piranhabaum, nun kann er Samen treiben und die Schmetterlinge fliegen wieder davon. So hat er sich die Bestäubung gesichert. Warum er Piranhabaum heisst? Bei dem ganzen Theater fällt viel ins Wasser, das lockt Mikroben an, das wiederum kleine Fische und oben auf der Nahrungskette des Wassers sitzt der Piranha.


Leute am Fluss:

Wie erwähnt, gibt es nicht viel zu sehen, dennoch: Es gibt einzelne Häuser, von kleinen Wiesen umgeben oder auch kleine Siedlungen. Wir haben Siedlungen mit bis zu zehn Häusern gezählt. Die Bevölkerung ist eine Mischung von Indianern, Europäern und auch Afrikanern. In unserer Gegend arbeiten viele natürlich im Amazonasvillage und kommen morgens mit dem Kanu zur Arbeit. Ihre Häuser sind einstöckige Pfahlhäuser, einfachst gezimmert. Aber die Fernsehantenne darf nicht fehlen. Die Kinder gehen vier Jahre in eine Dorfschule. Dort lernen sie hauptsächlich lesen und schreiben, vor allem aber wie man unterschreibt. Damit sind sie dann offiziell keine Analphabeten mehr. Auch sie paddeln morgens zur Schule in ihrem eigenen Boot.

Zusammenfassung des Amazonasteils der Reise: Wie schon angedeutet, liegt die Enttäuschung nahe. Wenn man das zu Hause pauschal bucht, wird meines Erachtens viel zu wenig geboten. Eine gute Führung in Frankfurts Palmengarten und Zoo beispielsweise zeigt mehr Flora und Fauna vom Regenwald. Aber die Athmosphäre vor Ort, die Weite, der Fluss ist auch ein Erlebnis, könnte aber besser genutzt werden.


Salvador de Bahia


Menschen: Die Bevölkerung in Brasilien ist eine Melange aus Indianern (davon am wenigsten), Weissen und Schwarzen. Heraus kamen viele wunderschöne Menschen. Die misten sind klein und zierlich, die Frauen schmal aber kurvig, die Männer drahtig mit Waschbrettbauch und tief hängenden Hosen, oft mit freiem Oberkörper. Häufig können fein gezeichnete Gesichtszüge beobachtet werden.
Am lebhaft besuchten Fort des Heiligen Antonius, spielte ein etwa 15- jähriger sehr gut entwickelter Mulattojunge in seiner Hose herum und schwupps war die Latte auch schon draussen und wurde massiert. Drei Damen aus dem Bus kreischten auf, der Rest hatte diesen Ausbruch juveniler Spontaneität leider versäumt. So vertreiben sich die armen Leute die Zeit und die Touristen unterhält's.
Stadtrundgang: Es gibt viele schön restaurierte Strassen und Häuser in der Cicade Alta (Oberstadt), die jetzt von Touristen belebt sind sowie von Einheimischen, die posieren, um Aufmerksamkeit zu erregen oder um etwas zu verkaufen. Sie sind es wert, beachtet zu werden, schaut mal meine Bilder an.
Die Oberstadt ist bergig, die Strassen haben Kopfsteinpflaster und alles ist so eng und klein angelegt, wie es die Portugiesen von zu Hause her gewohnt waren. Salvador hat viele teils prächtige Kirchen. Die Kirche vom Heiligen Franziskus (Hochbarock) ist innen geradezu mit Gold tapeziert. Die Decke ist als Kassette mit Malerei ausgestattet. Interessant ist die "Erbauungsgalerie", ein Rundgang dessen Wände Weisheiten von Horaz zeigen, bebildert mit portugiesischer Kachelmalerei.
Warum soviel Gold? Ein Fünftel des in Brasilien geförderten Goldes hatte damals an die portugiesiche Krone zu gehen, die Kirchen waren hingegen von der Steuer befreit. Dehalb hat man möglichst viel Gold in die Kirchen gesteckt, um es im Lande zu behalten. Bemerkenswert sind auch die damals von Sklaven geschnitzten Holzfiguren. Aus Protest gegen ihre Herren haben sie weibliche Figuren oft schwanger dargestellt, männliche mit übertriebenen Geschlechtsteilen dargestellt. Das wurde später oft verdeckt.

Im Pelourinho findet man viele interessante Galerien, die Gemälde einheimischer Künstler verkaufen. Danach sind wir in die Cidade Baixa (Unterstadt) in ein Shoppingcenter gefahren. Daselbst essen in einem Foodcenter mit ca 20 Restaurants.
Essen
Überall nimmt man sich vom Buffet, was und soviel man davon möchte. Vor der Kasse steht eine Waage auf die man den Teller stellt, denn bezahlt wird nach Gewicht. Wie praktisch, wenn man nicht die Sprache versteht. Solche Restaurants heissen "Comido a Kilo" und es gibt sie überall wo wir waren. Unser Favorit in Rio hatte 54 Schüsseln zum Auswählen.


Tänze


Salvador ist das Zentrum der brasilianischen Kultur afrikanischen Ursprungs. Die Sklaven haben aus Yoruba und Angola ihr Essen, die Trommelei, den Tanz und die Magie oder ihre Religion mitgebracht. Wir haben zwar eine touristische Show gebucht mit allen denkbaren Einwänden, die man hier anführen kann. Aber es gilt festzuhalten, dass die Show tänzerisch und artistisch äusserst professionell war und mit schönen Kostümen dargeboten wurde.
Sie bot eine abwechslungsreiche Präsentation ihrer Tänze und Kampftechniken.
Hier die Abfolge:
a) Musik: 1 männl. Stimme, mehrere andere auch weibliche je nachdem. - 3 Trommeln und Kongas
b) Vier Tänzer in Röcken, zwei davon von Männern dargestellt. Die Tänzer beziehen sich aufeinander, eine kommunikativ komplexe Choreografie kann beobachtet werden, Magie wird vermutet, Details sind mir nicht bekannt. (gibt es links????)
c) eine andere Figur im Rock kommt hinzu mit einem silbernen Stab, der drei Kronen übereinander angeordnet hat
d) ein Feuertänzer, auch Feuerschlucker, der am Ende enorm schnell zwei Schalen mit glühender Kohle herumwirbelt. Man freut sich hernach, dass es doch niemanden im Publikum getroffen hat.
e) Männer mit Hüten, weissen Hosen ohne Gürtel und freiem Oberkörper tanzen im Kreis herum um ein Fischernetz, das sie in der Mitte gespannt haben
f) eine sehr hübsche Tänzerin ebenfalls mit freiem Oberkörper. Fast alle (ausländischen) Zuschauer gucken cool, also scheinbar teilnahmslos, ohne den Anblick der knackigen Tänzer sichtbar zu geniessen. Schliesslich sitzen ihre Frauen neben ihnen und die Männer wollen keinen Ärger riskieren.
g) Capoeira. Ursprünglich eine Kampftechnik der
Sklaven gegen ihre Herren. Capoeira war verboten, sogar noch bis in die 30-er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Danach wurde es als Tanz ritualisiert. Heute wird der Kampf, das Spiel und der Tanz miteinander kombiniert. Die Bewegungen sind flüssig und kreisförmig, die Kämpfer verhalten sich spielerisch und respektvoll. Der artistische Höhepunkt war dann der kreisend getanzte gegenseitige Angriff zweier Tänzer mit den Füssen gegen den Kopf des anderen. Das ganze rasend schnell. Der Abstand der am gegnerischen Kopf vorbeifliegenden Füsse war noch kleiner als eine Handbreit. Nicht schlecht!!
Wie man anhand meiner Fotos erkennen kann, wurde diese Show nicht nur von Profis, sondern von absolut perfekten austrainierten Schönheiten gezeigt.


In der früheren Hauptstadt Salvador wurden die Sklaven aus Afrika angelandet. Heute macht die afrikanische Kultur und machen die afrikanisch- stämmigen Brasilianer den Reiz dieser Stadt aus. Einheimische Maler werden in einigen Galerien gehandelt (im Pelourinho), abends findet man ebenda Restaurants und Bars mit Musikgruppen oder man setzt sich einfach auf die Strasse und beobachtet Einheimische, die Touristen beobachten.


Iguassu Wasserfälle
In den Bergen von Parana und Santa Catarina entspringt der Fluss Iguassu und schlängelt sich 600 km lang dahin bevor er sich majestätisch verbreitert und in eine Vielzahl atemberaubender Wasserfälle ergiesst. Die 275 Wasserfälle von Iguassu sind über drei Kilometer breit und 80 Meter hoch. Sie sind damit breiter als die Viktoriafälle, höher als die Niagarafälle und schöner als alle beide. Diesem Ereignis können Worte und Fotos nur unzureichend gerecht werden: man muss es sehen und hören!
Man sollte sich drei Tage Zeit nehmen um die Frage zu beantworten ob die brasilianische oder argentinische Seite die interessantere ist. Um es wirklich zu geniessen empfehle ich die brasilianische Seite für den Überblick und die argentinische um die Wasserfälle hautnah zu erleben. Das Licht ist am besten morgens auf der brasilianischen und nachmittags auf der argentinischen Seite. Dies garantiert auch die spektakulärsten Regenbogenbilder.
Es gibt auch zehnminütige Hubschraubertrips für 60$ pro Kopf oder Schlauchbootfahrten recht nah an die Wasserfälle. Der Naturpark mit seiner Tierwelt wird besonders auf der argentinischen Seite empfohlen.


Tiere:

Das Gebiet von Iguassu ist ein Nationalpark. Viele Tiere können beobachtet werden, wir sahen Nasenbären, kleinere Echsen, Vögel, darunter den Tukan (Nashornvogel) und besonders viele wunderschöne Schmetterlinge. Diese kann man schon deshalb vorzüglich fotografieren, weil sie sich gerne auf der Haut niederlassen, unsere Haut ist so schön reich an Mineralien. Kein Wunder, wir schwitzen ja genug.


Itaipu:

Der Welt grösster Staudamm mit einer Leistung von 12 Mio. Kilowatt. Dieser Damm war in den frühen 80-er Jahren ein grosses und kontroverses ökologisches Thema. Das ist jetzt lange her und der Damm wird heute als eine sowohl ökonomische als auch ökologische Erfolgsgeschichte sondergleichen dargestellt.
Wie auch immer, das Teil ist ausserordentlich riesig, vermutlich unvergleichlich in der Welt und Strom aus Wasserkraft ist zweifelsfrei die sauberste Art der Energiegewinnung. Strom wollen wir auch alle, oder? Also entscheide mal selbst, ob Du es sehen willst. (Hier einen link darauf legen zur aktuellen Diskussion darüber)


Dreiländereck:

Am Iguassu bzw. Pantanalfluss trifft sich Brasilien mit seiner Stadt Foz do Iguacu, Paraguay mit seiner zweitgrössten Stadt Ciudade del Este und das argentinische Puerto Iguazu. Paraguay scheint weniger entwickelt und bietet so dem Schnäppchenjäger die eine oder andere Chance, echtes oder falsches preisgünstig zu erwerben. Der erste Eindruck lädt nicht ein, dort länger zu verweilen. Aber vermutlich täuscht der erste Eindruck.
Vogelpark: Ein Vogelpark befindet sich am Eingang zum Naturpark auf der brasilianischen Seite (Foz do Iguacu). Neben vielen Arten aus aller Welt, die man nicht unbedingt hier sehen muss, werden aber auch viele brasilianische Vögel gezeigt, darunter Tukan, Ara, Kolibri oder der Papagei. Die Gehege sind erst 1994 angelegt worden, sehr luftig und mit viel Ausflug. Daneben werden Kaimane, Schildkröten, Echsen, Schlangen und Schmetterlinge gehalten. Der Vogelpark ist zu empfehlen, besonders wenn man in der Natur nicht genügend Tiere gesehen hat.