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Der Anflug auf Manaus zeigt schon die gewaltige Ausdehnung des Amazonas. Der April ist der vorletzte Monat der Regenzeit, man sieht eine riesige Wasserfläche, dazwischen waldbestandene Inseln, Ufer oder gerade noch erkennbare Flussläufe. Es gibt, was die Ausmasse angeht nichts vergleichbares, was ich kenne.
Manaus: Vor 120 Jahren die reichste Stadt der Welt, es war die Zeit des Gummimonopols, die bis etwa 1920 andauerte. Danach hat ein Engländer Gummibäume stehlen und in Malaysia anbauen können. Das entsprechende Kapitel in einem englischsprachigen Reiseführer lautet: "Henry Wickham - Executioner of Amazon". Damit war dieser Boom vorbei und Manaus versank für die nächsten 50 Jahre in die Bedeutungslosigkeit. Heute ist dort viel Leichtindustrie, da Anfang der siebziger Jahre eine Freihandelszone eingerichtet wurde. Aus der Blütezeit noch sehenswert ist das "pompöseste Opernhaus westlich von Paris", das Teatro Amazonas. Zum Bau dieses eklektisch neoklassizistischen Hauses wurden Kristallüster aus Murano, Marmor aus Carrara, Seidentapeten und Wandgobelins aus Frankreich und Hunderte von Holzsorten für den Boden des Ballsaals verwandt.
Das Opernhaus wird noch heute für Opern- und Balettaufführungen genutzt. Während unserer Besichtigung spielte das Orchester, das hatten wir natürlich nicht anders erwartet! Vielleicht hat es aber auch nur ein bischen geprobt. Gepasst hat es auf jeden Fall.
Treffen der Wasser: Der Amazonas ist so tief, dass Ozeandampfer bis Manaus fahren, immerhin 1200 km von der Küste entfernt. Wir haben die Geburt des Amazonas gesehen, das heisst des Flussteils, der dann im Atlas auch wirklich Amazonas heisst. Von Westen her kommt der Rio Solimoes, ein riesiger brauner Fluss. Die Farbe hat er von den Sedimenten, die er schon von den Anden in Peru her mitreisst. Von Nordwesten kommt der Rio Negro, ein Schwarzwasserfluss, der seine Farbe von Mineralauswaschungen hat. Hinter Manaus treffen sie zusammen und das braune Wasser fliesst kilometerweit neben dem schwarzen Wasser her bis es sich dann endlich vermischt (Treffen der Wasser). Jetzt heisst der Fluss Amazonas. Woher der Name? Weil vor 500 Jahren portugiesische Eroberer hier von indianischen Kriegerinnen angegriffen wurden. Und da haben sie sich an eine alte griechische Sage erinnert.