|
Bootsfahrt nach Siem Reap
Von Phnom Penh nach Angkor, also zur Stadt Siem Reap in deren Nähe
die einmaligen und weltberühmten Tempel von Angkor Wat liegen,
kann man mit dem Schnellboot fahren, 5 Stunden klimatisiert, das hört
sich nicht schlecht an.
Die Realität war dann weit
nüchterner, es dauert alles in allem sieben Stunden, das Boot
war nicht klimatisiert und die Sitze an der Wand entlang waren so tief,
dass ein entspanntes Herausschauen und Betrachten des Lebens am Fluss
nicht möglich war. Zudem war es natürlich gnadenlos vollgepackt,
so dass einige Passagiere sich kaum rühren konnten und andere
wiederum auf dem Dach sitzen mussten, vielleicht sogar wollten. Sechs
Stunden tropische Sonne pur und starker Fahrtwind sind aber nicht jedermanns
Sache. Auf jeden Fall lohnt es sich vorher, diesen Effekt abzuwägen.
Unterwegs sieht man gelegentlich Fischerboote, ansonsten wenig Bootsverkehr,
die Fahrt ist definitiv öde. Da der Tonle Sap See Niedrigwasser
führte, musste das Boot weit draussen vor Siem Reap auf kleinere
Boote umgeladen werden mit denen es bis zum Seeufer weiter ging, das
man schlussendlich über schwankende Planken erreichte. Eine einigermassen
halsbrecherische jedoch spannende Angelegenheit. Daselbst herrscht
dann ein unbeschreibliches Chaos, bis man dann doch in einem Taxi nach
Siem Reap sitzt. Es geht noch 40 Minuten über eine Staubstrasse,
eigentlich immer noch der See, der aber eben trocken liegt. Der Begriff
Strasse in diesem Zusammenhang ist blosser Euphemismus, qualitativ
war das unterhalb einer Wüstenpiste. Danach wird es dann beim
Erreichen einer asphaltierten Strasse wieder zivilisierter.
Diese Erfahrung bezieht sich auf die Trockenzeit, bei höherem
Wasserstand soll alles besser sein! Na ja.
|