|
. |
Leben der Novizen:
Irgendwann reicht es mit den Tempeln
und man fragt sich, warum diese unzähligen Jungen als Novizen
in das Kloster gehen. Besonders wenn die Sonne untergeht oder über
Mittag haben sie frei und sitzen in ihren Klöstern im Tempelbezirk
herum, gucken Touristen an oder Löcher in die Luft. Also reden
wir mit ihnen. Meistens kommen sie nach dem Besuch der Grundschule
in das Kloster um ihre Ausbildung zu vervollständigen. Alle mit
denen ich gesprochen habe, gehen auf die High School. Diese Schulen
werden nur von Novizen besucht, daneben gibt es staatliche Schulen
für alle anderen Schüler. Die Schule dauert sechs Jahre,
danach verlassen sie das Kloster und gehen ins weltliche Leben hinaus
oder werden Mönch. Dazu müssen sie mindestens 20 Jahre alt
sein. Einer wollte danach in Vientiane auf der Universität Lehrer
studieren, ein anderer im Tourismus arbeiten, wiederum ein anderer
wollte Geografie studieren. Das Kloster bietet den weniger wohlhabenden
Jungen diese Ausbildung. Aber sie müssen schon als potentieller
Mönch geeignet sein, da laut Aussage eines Jungen nur sechs von
zehn Bewerbern aufgenommen werden. Dieser Brauch ist eine gute Chance
für intelligente mittellose Kinder, denn helle waren alle, mit
denen ich gesprochen habe. Einige sind mehr extrovertiert andere stiller
aber trotzdem sind sie wach und neugierig. Für Mädchen habe
ich nichts vergleichbares beobachtet. Aber es gibt schon Nonnenkloster
(siehe Umgebung von Luang Prabang - Santi Chedi).
Wie ist ihr Tagesablauf?
Aufstehen halb sechs und beten, danach fertigmachen zum Almosengang
um halb sieben, gefolgt von Frühstück und Schule bis elf
Uhr. Das Mittagessen findet schon um halb elf statt. Nach einer Pause
wieder Schule bis zum frühen Abend. Meditation und Hausaufgaben
vervollständigen den Tag. Abends noch etwas lernen bis acht Uhr
und danach herrscht Nachtruhe. Ja, sie bekommen nichts mehr zu essen
und sind daher schlank bis dünn. Das Essen besteht aus Klebreis,
etwas Fleisch und Gemüse. Sport dürfen sie übrigens
nicht treiben, auch nicht ausgelassen herumtollen, das wäre ja
nicht dem Ideal angemessen. Aber natürlich springen die jüngeren
Novizen herum, es sind ja Kinder!
Nach drei Monaten haben sie Ferien,
dann wieder drei Monate Kloster und wieder Ferien und sofort. Ich bin
nicht sicher ob ich diesen Teil richtig verstanden habe und bin für
Hinweise dankbar. Sie dürfen in den Ferien ihre Familen besuchen.
Die Eltern eines Novizen, Bauern, wohnen 15 km ausserhalb Luang Prabangs.
In den Ferien blieb er lieber im Kloster und nahm teil an einem Extrakurs
in Englisch.
Wie überhaupt die älteren Novizen (ab 17J.) bemerkenswert
gut Englisch sprechen. Da können sich die Thailänder eine
Scheibe von abschneiden.
.................................................................................................................Fotos anklicken zum Vergrössern |