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Um sieben
Uhr begann die Fahrt von Hanoi über Hai Phong nach Halong Bay.
Sie dauerte vier Stunden und vermittelte einen guten Eindruck davon,
wie es auf dem Lande aussieht. Überall üppige grüne
Reisfelder, Lotusbedeckte Tümpel ohne Ende aber auch sehr viele
Soldatenfriedhöfe, sie haben doch Millionen von Menschen verloren
in den Kriegen der letzten 50 Jahre. Daher auch der sehr hohe Anteil
der jungen Bevölkerung. In Halong Stadt wurden wir Mittag gegessen.
Danach ging es mit ca. 20 Leuten auf ein Boot und ab in das Meer Richtung
Cat Ba. Es erinnerte doch stark an die Andamanensee in Südthailand,
aber hier sind ganze Felsinselketten hintereinander aufgereiht. Also
manchmal drei Ebenen hintereinander, so dass der Eindruck viel gewaltiger
ist, fast massivartig, obwohl es alles kleine Felsbrocken
im Meer sind.
Sung Sot oder auf englisch Surprise Cave: Stop in einer einzigartigen
Felshöhle, viele Kammern hintereinander, mit bunt
beleuchteten Stalagmiten und Stalagtiten. Es ist übrigens seit
1996 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt, worauf riesige Spruchbänder
hinweisen, die unübersehbar an den Felsen angebracht sind.
Danach sind wir noch stundenlang an interessanten Felsen vorbei geschippert
bis plötzlich der Motor stockte. Ein Seil hatte sich angeblich
um die Schraube gewickelt, wenn ich das richtig verstanden habe. Jedenfalls
nach einer halben Stunde sprang der Diesel wieder an und der Maschinist
wusch sich seine ölverschmierten Hände. Vielleicht war es
doch eher ein Maschinenschaden. Um den nächsten Felsen herum lag
ein anderes Boot mit Motorschaden, das wir dann noch abgeschleppt haben.
Davon wurde unser sowieso schon langsames Boot nicht schneller und
wir kamen erst bei Dunkelheit auf der Insel Cat Ba an.
Cat Ba hat eine schöne Seepromenade mit Bäumen, Springbrunnen,
Spielplätzen und bunten Büschen. Zwischen den
Gebäuden und dem Meer verlief eine Strasse, man könnte sagen,
dies ist die vietnamesische Antwort auf Nizza.
Wieder zurück zu unserer Fahrt von der Insel Cat Ba über
Halong nach Hanoi.
Unterwegs Stop in einer Autobahnraststätte. Es gab Kekse, Kaffee,
Früchte, Verkaufsstände. Interessant war ein
der Raststätte angeschlossenes Projekt. Etwa 60 Kinder, meist
10- 15-jährig, lernten, wie man von Vorlagen farbige Bilder sticken
kann. Etwa fliegende Schwäne über Reisfeldern oder andere
Szenen dörflichen Lebens.
Das Besondere: die Kinder waren alles Behinderte, zum Beispiel Taube,
Stumme, teils fehlte ein Bein oder sie hinkten. Sie lernen in diesem
Projekt, trotz ihrer Behinderung ihren Lebensunterhalt zu verdienen,
denn eines dieser gestickten Bilder wird für 40 bis 200 Euro,
je nach Komplexität, den Touristen angeboten. So war denn unser
Pausenstopp so organisiert, dass die Werke dieser Kinder einen Markt
finden. Hilfe zur Selbsthilfe ist hier die Methode. |
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