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Es gibt ein ganzes Bündel von Negativfaktoren, die dem Land in den letzten Jahren eine ungute Entwicklung beschert haben. Selbst Indonesier, die hier in Deutschland leben, fühlen sich nicht unbedingt mehr so wohl in ihrer Heimat wie früher.

Die Politik:

Hier ist an allererster Stelle die Korruption zu nennen. Indonesien befindet sich regelmässig in der unrühmlichen Hitliste der korruptesten Länder an hervorgehobener Stelle. Damit ist auf Recht und Gesetz für den Bürger und Besucher kein Verlass mehr. Kontakte mit den Behörden erfordern oft noch Schmiergeld, obwohl mehr und mehr dagegen getan wird. Beharren Sie auf keinen Fall auf ihrem Recht, sondern zahlen Sie. Weite Teile der politischen Akteure und der nachgelagerten Verwaltung sind Profiteure, rücksichtslose Kleptomanen und bar jeglicher demokratischer Prinzipien. Noch oft ist die Polizei oder andere Ordnungsmächte ineffizient und unmotiviert, ihnen zu helfen. Sie tut es möglicherweise gegen Bezahlung!

Die Wirtschaft:

Indonesien, das an natürlichen Ressourcen reichste Land Südostasiensens tut sich immer noch schwer, eine wirtschaftlich breite dynamische Entwicklung zu mehr Wohlstand auf den Weg zu bringen. Gewinne werden häufig in das Ausland verbracht anstatt reinvestiert zu werden. Einzelne Regionen oder Stadtviertel weichen aber durchaus von der allgemeinen Einschätzung ab.

Militär:

Das Militär hat weiterhin einen überragenden politischen Einfluss und ist quasi eine autonome Macht. Einen General als Vater zu haben, heisst, man ist reich. Und das sicher nicht wegen des Soldes.

Religion:

Hassprediger aus Pakistan, Yemen oder anderen arabischen Ländern haben seit dem Ende der Suharto-Ära (1998) freien Zugang und bauen eine Koranschule nach der anderen auf, finanziert durch Saudi-Arabien. Der Koran wird in einer Weise verbogen, dass der Westen, besonders die USA, als der Teufel schlechthin dargestellt werden. Aber neben übelster Indoktrination gibt es auch soziale Hilfe und Services. Dies ist besonders für die armen Teile der Bevölkerung hoch attraktiv. Das genau sorgt für ein rasantes Anwachsen der Radikalen. Und hier wird die dumme Ausführungsebene terroristischer Aktionen erzogen. Überall sieht man heute den islamischen Einfluss. Das war noch vor 20 Jahren undenkbar.

Bildungsstand der Bevölkerung:

Mein Eindruck ist, dass weite Teile der Bevölkerung Indonesiens abergläubisch sind, leicht an die abstrusesten Gerüchte glauben und Rattenfänger aller Art leichtes Spiel haben, eine Masse zu finden und aufzuhetzen. Daher rate ich dringend, Massenversammlungen sofort zu verlassen. Fanatismus ist eine reale Gefahr in Indonesien.

Dies sind sehr subjektive Eindrücke, denen allerdings auch noch niemand widersprochen hat. Dennoch liebe ich dieses Land und hoffe auf Besserung. Auf jeden Fall werde ich weiterhin dort hin fahren und mit mehr Vorsicht als früher sicher gute Zeiten haben und interessante Menschen begegnen.

(Stand April 2015)